Hunsrück: Spannende Stadtführungen in Simmern und Rheinböllen

Wer den Hunsrück wirklich kennenlernen möchte, kommt an Stadtführungen durch Simmern und Rheinböllen nicht vorbei. Stadtführungen erzählen mehr als jeder Reiseführer: sie zeigen euch verborgene Ecken, erklären steinerne Details am Wegesrand und geben Antworten auf Fragen, die beim eigenständigen Bummel offen bleiben. Genau deshalb lohnen sich Stadtführungen in Simmern und Rheinböllen für alle, die Geschichte lieber erzählt bekommen statt sie zu lesen. Wir stellen euch die wichtigsten Touren beider Städte vor und verraten, worauf ihr euch einstellen könnt.


Allgemeine Stadtführung durch Simmern

Die klassische Stadtführung durch Simmern dauert rund anderthalb Stunden und startet direkt am Neuen Schloss, dem Sitz der Tourist-Information. Von dort aus geht es durch die Kreisstadt, deren Geschichte eng mit dem Jahr 1689 verknüpft ist: eine verheerende Zerstörung sorgte dafür, dass ältere Gebäude heute selten sind. Umso spannender wird die Tour, wenn eure Gästeführerin oder euer Gästeführer erzählt, welche Spuren trotzdem noch existieren – etwa Mauerreste der einstigen Stadtbefestigung. Buchen könnt ihr die Führung über die Tourist-Information Simmern-Rheinböllen, in der Regel für Gruppen ab zehn Personen.

Museumsführung im Hunsrück-Museum

Wer nach dem Stadtrundgang noch tiefer einsteigen möchte, ergänzt den Termin um eine Museumsführung im Hunsrück-Museum. Untergebracht ist es im Neuen Schloss, einem klassizistischen Bau aus dem frühen 18. Jahrhundert. In rund einer Stunde erfahrt ihr einiges zur Natur- und Kulturgeschichte der Region. Die Museumsführung könnt ihr unabhängig von der Stadtführung buchen und passt gut als ruhiger Abschluss eines aktiven Vormittags.

Schinderhannesturm und Stephanskirche

Zwei Stationen dürfen bei keiner Tour durch Simmern fehlen: der Schinderhannesturm (Dort war der berühmte Schinderhannes inhaftiert!) als letztes sichtbares Zeugnis der alten Stadtmauer und die Stephanskirche, die einst als Schlosskirche diente. Besonders sehenswert ist ihre Orgel aus der Werkstatt der Familie Stumm – sie gilt als die größte im gesamten Hunsrück. An der Südseite der Kirche liegt außerdem die Grabkapelle der Fürsten von Simmern, deren Grabdenkmäler zu den bedeutendsten Bildhauerarbeiten des 16. Jahrhunderts zwischen Mainz und Trier gehören. Eine Gästeführung ordnet all das in seinen historischen Zusammenhang ein und macht aus einzelnen Sehenswürdigkeiten eine zusammenhängende Geschichte.

Nachtwächterrundgang in Rheinböllen

Während ihr Simmern am besten tagsüber besucht, zeigt sich Rheinböllen auf Anfrage von seiner stimmungsvollsten Seite am Abend. Der Nachtwächterrundgang führt mit Laterne und historischer Kleidung durch die Stadt und erzählt von Zeiten, in denen Nachtwächter für Ruhe und Sicherheit hinter den Stadtmauern sorgten. Wer an Geschichten aus vergangenen Jahrhunderten interessiert ist, findet in diesem Format eine angenehm ungezwungene Alternative zur klassischen Tagesführung. Termine und Buchung laufen über die Tourist-Information Simmern-Rheinböllen, eine Anmeldung ist wegen begrenzter Teilnehmerzahl empfehlenswert.

Rheinböllen abseits der Führung

Auch ohne festen Termin lohnt sich ein Blick auf die Geschichte Rheinböllens. Die Stadt wurde erst 2009 offiziell zur Stadt erhoben, ihre Wurzeln reichen aber deutlich weiter zurück: bereits seit dem 9. Jahrhundert soll am Oberlauf des Guldenbachs Eisen verarbeitet worden sein, urkundlich belegt ist die Rheinböller Hütte seit 1598. Unter der Familie Puricelli wuchs der Betrieb im 19. Jahrhundert zu einem Unternehmen mit über 600 Beschäftigten. Schmucke Gebäude an der Tevesstraße erinnern bis heute daran. Wer nach der Führung noch Zeit hat, kann diese Spuren auf eigene Faust weiterverfolgen oder einen Abstecher zum Hochwildschutzpark nördlich des Ortes machen.

Geschichte und Geschichten hautnah erleben

Zwei Städte (Zusammen geführt in einer Verbandsgemeinde), Simmern und Rheinböllen, zwei Arten von Stadtführungen, ein gemeinsamer Nenner: Geschichte wird lebendig, wenn sie erzählt wird. Ob klassische Stadtführung am Vormittag in Simmern, Museumsführung im Hunsrück-Museum oder Nachtwächterrundgang bei einbrechender Dunkelheit in Rheinböllen – jede Tour setzt eigene Akzente und ergänzt sich gut zu einem abwechslungsreichen Wochenende im Hunsrück. Am besten meldet ihr euch frühzeitig bei der Tourist-Information Simmern-Rheinböllen an, damit euer Wunschtermin auch wirklich klappt.

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